Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zum «Natur- und Kulturgüterschutz Stadt Wil».

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Historische Gebäude, intakte Landschaften, Verkehrswege, Gärten, archäologische Objekte sowie Bäume und Hecken sind für die Siedlungs- und Lebensqualität, die Identität und somit für die nachhaltige Entwicklung der Stadt Wil sehr wertvoll.

Der Natur- und Kulturgüterschutz der Stadt Wil ist ein Gesamtvorhaben. Es umfasst die Überarbeitung und Ergänzung der bestehenden Schutzverordnung, ein neues Schutzinventar und das neue Beitragsreglement. Damit wird sichergestellt, dass die wertvollen Kultur- und Naturobjekte für kommende Generationen erhalten bleiben.

Gleichzeitig erfüllt die Stadt Wil mit der Revision der Schutzinstrumente die gesetzlichen Vorgaben von Bund und Kanton.

Die revidierte Schutzverordnung bezeichnet rund 330 Naturdenkmäler, Landschaften, Aussichtslagen und Aussichtspunkte, Gärten, archäologische Objekte, historische Verkehrswege, Bauten und Anlagen sowie Ortsbilder. Sie sind geschützt und dürfen nicht zerstört bzw. nur unter Auflagen verändert werden (vgl. Schutzbestimmungen im Schutzreglement).

Die Schutzbestimmungen zu den einzelnen Objektkategorien finden Sie im Schutzreglement unter den entsprechenden Artikeln. Die Artikel 5 - 9 des Schutzreglements enthalten z.B. die Schutzbestimmungen zu den Ortsbildschutzgebieten.

Art. 16 der neuen Schutzverordnung enthält die Vorschriften zu den Landschaftsschutzgebieten:

  1. Landschaftsschutzgebiete sind in ihrem charakteristischen Erscheinungsbild und als Lebens- und Erholungsraum zu erhalten. Die besonderen Charakteristika der einzelnen Gebiete sind dem Inventar zu entnehmen.
  2. Massnahmen, welche die landschaftsprägenden Elemente, insbesondere Geotope, in ihrer natürlichen Erscheinung und Entwicklung beeinträchtigen, sind untersagt.
  3. Bauten und Anlagen haben sich hinsichtlich des Standorts, der Stellung, der Gestaltung, der Materialwahl und der Farbgebung gut in das Landschaftsbild einzufügen und auf die natürlichen Landschaftselemente Rücksicht zu nehmen.
  4. Intensivlandwirtschaftszonen sind nicht zulässig

Der Wald untersteht der Waldgesetzgebung und damit bereits starken Nutzungseinschränkungen. Nach Auffassung der Stadt Wil hat das den Wald überlagernde Landschaftsschutzgebiet keine zusätzlichen Auflagen für die Bewirtschaftung zur Folge.

Im Grundsatz werden im Schutzinventar ganze Gebäude aufgenommen. Das Inventarblatt zum entsprechenden Gebäude enthält eine Würdigung der architektonischen und historischen Bedeutung und formuliert das Schutzziel. Dies erfolgt auf Grundlage einer Aussenbesichtigung und von Recherchen im Bauarchiv. Das Schutzziel hält fest, welche Bestandteile und Eigenschaften zu erhalten und zu pflegen sind.

Der detaillierte Schutzumfang z.B. zu einzelnen Gebäudebestandteilen kann erst zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen eines Provokations- oder eines Baubewilligungsverfahrens festgelegt werden. Dazu wird das Gebäude mit einem detaillierten Fachgutachten aussen und innen untersucht.

Die vorliegenden Planungsinstrumente wurden 2018 und 2019 unter Einbezug von Fachleuten in verschiedenen Arbeitsgruppen, der Planungskommission, der Stadtplanung und dem Stadtrat Wil erarbeitet.

Das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation hat die Schutzverordnung, das Schutzinventar und den Planungsbericht 2019/20 vorgeprüft und als vorbildlich bewertet.

Die gesetzlich vorgegebene Mitwirkung ermöglicht es der Bevölkerung sowie Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern, ihre Sicht und Interessen einzubringen. Über Anpassungen der Planungsinstrumente entscheidet der Stadtrat. Die Genehmigung der Schutzinstrumente erfolgt schliesslich durch die zuständigen kantonalen Stellen (Schutzverordnung: Amt für Raumentwicklung und Geoinformation; Schutzinventar: Kantonale Denkmalpflege).

Der Natur- und Kulturgüterschutz ist eine gesetzliche Aufgabe. Die bestehenden Schutzverordnungen von Wil und Bronschhofen stammen aus den Jahren 1992 bzw. 1994 und umfassen rund 210 geschützte Objekte. In den letzten 30 Jahren sind die gesetzlichen Anforderungen an die Inventarisierung von Kultur- und Naturobjekten aber deutlich strenger geworden.

Entsprechend sollen gut 140 neue Objekte in die Schutzverordnung aufgenommen und damit unter Schutz gestellt werden, darunter z.B. auch bisher nicht erfasste Objektarten wie Archäologieschutzgebiete, Gartendenkmäler, Amphibien- und Auenschutzgebiete. Gleichzeitig wurden auch die bisher geschützten Objekte überprüft und insgesamt 17 Objekte aus dem Schutz entlassen. Der Einbezug von Fachpersonen und verschiedenen städtischen sowie kantonalen Gremien und Fachstellen stellte sicher, dass sowohl öffentliche Schutzinteressen wie auch private Grundeigentümerinteressen ausgewogen berücksichtigt wurden.

Nicht in jedem Fall. Grossflächige Schutzgebiete wie Ortsbildschutzgebiete (Kürzel in Objekt-Nr.: OSA / OSB), Landschaftsschutzgebiete (LS), Naturschutzgebiete (NTA / NFA), Auenschutzgebiete (AuS) oder Amphibienlaichgebiete (BioT) umfassen in der Regel mehrere Grundstücke. Ein betroffenes Grundstück ist in einem solchen Fall im Objektblatt enthalten, welches das gesamte Schutzgebiet abdeckt. Das gewünschte Objektblatt finden Sie auf schutzobjekte.stadtwil.ch unter der Rubrik «Objektblätter Kultur / Natur», wo Sie nach Objektnummer, Kategorie und Strasse / Flurname suchen können. Und unter der E-Mitwirkung können Sie zum entsprechenden Objektblatt eine Rückmeldung erfassen.

In der Schutzverordnung sind die eingetragenen Schutzobjekte für die Grundeigentümer verbindlich geschützt. Es gelten die Schutzbestimmungen des Reglements.

Das neue Schutzinventar enthält neben den bereits rechtskräftig geschützten Kulturobjekten rund 90 neu erfasste, bisher nicht geschützte Baudenkmäler, die vermutlich schutzwürdig sind. Ihre Unterschutzstellung wird bei einem Bauvorhaben oder auf Begehren der Grundeigentümerin oder des Grundeigentümers geprüft und allenfalls verbindlich festgelegt.

Für den Erlass von überarbeiteten bzw. neuen Schutzinstrumenten gibt das kantonale Planungs- und Baugesetz (Art. 34 PBG) der Stadt Wil vor, wie die Partizipation erfolgt.

Zur Schutzverordnung und zum neuen Schutzinventar konnten sich die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie die Bevölkerung äussern. Die Hinweise aus der öffentlichen Mitwirkung werden sorgfältig geprüft und können zu einer Anpassung der Schutzinstrumente führen.

Im Anschluss daran wird die Schutzverordnung öffentlich aufgelegt. Mit der öffentlichen Auflage besteht eine Einsprachemöglichkeit für die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer mit Schutzobjekten.

Bei Objekten aus dem Schutzinventar können Rechtsmittel erst ergriffen werden, wenn die Schutzvermutung zum Beispiel im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens bestätigt und das Objekt grundeigentümerverbindlich unter Schutz gestellt wird.

Beim Beitragsreglement sieht das Gesetz keine öffentliche Mitwirkung vor.

Der Stadt Wil ist es ein Anliegen, möglichst viele Rückmeldungen zum Gesamtprojekt Natur- und Kulturgüterschutz sowie zu den erarbeiteten Planungsinhalten zu erhalten.

Die Hinweise zu Schutzverordnung und Schutzinventar aus der öffentlichen Mitwirkung können anschliessend zu einer Anpassung der Einträge führen.

Sämtliche Daten, die durch die Teilnahmen an der E-Mitwirkung übermittelt werden, gehören der Stadt Wil und werden ausschliesslich für das Einholen und Auswerten der Stellungnahmen gespeichert. Alle Benutzenden haben das Recht, einen Antrag auf Löschung der eigenen Daten zu stellen.

Die Konova AG als Anbieterin der E-Mitwirkung hat kein Recht an der weiteren Verwendung der Daten.

Bei der E-Mitwirkung zum Natur- und Kulturgüterschutz der Stadt Wil handelte es sich um eine öffentliche, für alle zugängliche Mitwirkung.

Die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer wurden brieflich dazu eingeladen, die Bevölkerung durch die Medien und auf der Homepage www.schutzobjekte.stadtwil.ch.

Betroffene Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer haben die Möglichkeit, je nach Einstufung (kommunal oder kantonal) bei Stadt oder Kanton finanzielle Beiträge oder städtische Leistungen an Erhalt und Pflege der Schutzobjekte zu beantragen. Die Beiträge an kommunale Schutzobjekte regelt das neue Reglement über städtische Beiträge an Erhaltung und Pflege von Schutzobjekten mit kommunaler Bedeutung (Beitragsreglement) der Stadt Wil.